Schriftenreihe

Hier erscheinen Beiträge zu den Forderungen der Geflüchteten und ihrer UnterstützerInnen: Als menschenrechtliche Argumentationsgrundlage und Aufforderung an PolitikerInnen, in Verhandlungen mit den Protestierenden zu einer Verbesserung der Situation von Flüchtlingen in Österreich und Europa beizutragen.

„We demand our rights“ lautet einer der Slogans der Refugee-Bewegung, die sich 2012 in mehreren Städten Europas, schließlich auch in Wien, formiert hat. Die AktivistInnen wehren sich gegen die europäischen Grenz-, Asyl- und
Migrationspolitiken, die Leben, Sicherheit und Existenz der meisten jener
bedrohen, die sich auf den Weg nach Europa gemacht haben.
Die Forderungen der Geflüchteten in der Votivkirche und der sie unterstützenden AktivistInnen basieren auf einem menschenrechtlichen Fundament, das wir als tragende Säule unseres Zusammenlebens ansehen. Vorschläge zur Verbesserung der Situation auf österreichischer und europäischer Ebene werden von menschenrechtlichen und Flüchtlingsorganisationen bereits seit vielen Jahren artikuliert. Das Ludwig Boltzmann Institut für Menschenrechte beschäftigt sich seit seiner Gründung auf wissenschaftlicher Basis mit den Grundlagen zur Umsetzung etlicher dieser Forderungen.
In den nächsten Wochen stellen wir hier kurze Beiträge online, in denen ExpertInnen auf die einzelnen Forderungen des Refugee Protest Camp Vienna eingehen, teilweise mehrstimmig, weil auch wir mitunter unterschiedliche Perspektiven auf ein Thema einnehmen. Die Textreihe soll menschenrechtliche Argumente für die Protestierenden bereitstellen – genauso wie Aufforderung an die politischen AkteurInnen sein, die Wiener Refugees und Refugee Camp-AktivistInnen mit ihren Anliegen zu respektieren und unverzüglich ernst gemeinte Verhandlungen aufzunehmen.

Im ersten Beitrag der Schriftenreihe beschäftigt sich Margit Ammer mit dem  Zugang zum Arbeitsmarkt für Asylsuchende aus menschenrechtlicher Perspektive.
Der zweite Beitrag, den Monika Mayrhofer verfasst hat, untersucht den Zugang zu Bildung für Asylsuchende und Flüchtlinge aus menschenrechtlicher Perspektive.
Im dritten Beitrag befasst sich Stephanie Krisper mit der Forderung nach einem Stopp aller Abschiebungen im Zusammenhang mit der Dublin II-Verordnung.
Im vierten Beitrag der Schriftenreihe analysiert Michael Frahm  den Zugang zu adäquater Grundversorgung für Asylsuchende aus menschenrechtlicher Perspektive.
Der fünfte Beitrag von Jörg Stippel befasst sich mit der freien Wahl des Aufenthaltsortes für Asylsuchende aus menschenrechtlicher Perspektive.
Im sechsten Beitrag untersucht Lioba Kasper die Überprüfung negativ entschiedener Asylverfahren durch eine unabhängige Instanz.
Der siebte Beitrag behandelt im Rahmen eines Interviews mit Margit Ammer und Philipp Sonderegger die Anerkennung sozioökonomischer Fluchtgründe.

Die Texte der BIM Schriftenreihe sind urheberrechtlich geschützt, dürfen aber bei Zitierung der AutorInnen und des Instituts in unveränderter Form veröffentlicht oder weiterverbreitet werden.

Rückfragen bitte an Anna Müller-Funk: anna.mueller-funk@univie.ac.at oder + 43 1 4277 27432.