Projektabschlusstreffen RiMe #2: RiVi – Rechte von Opfern physischer Gewalt. Verbesserter Zugang zu klinisch-forensischen Untersuchungen

Projektabschlusstreffen RiMe #2, Screenshot

Im Zuge des EU-finanzierten RiVi-Projekts „Rechte von Opfern physischer Gewalt: Verbesserter Zugang zu forensischen Untersuchungen“, fand am 22.01.2021 das abschließende Projektmeeting mit allen Projektpartner*innen statt. Seit Februar 2019 befassen sich die Partner*innen damit, die Rechte von Betroffenen von Gewalt im Sinne der EU-Opferschutzrichtlinie zu stärken und relevante Akteure für klinisch-forensische Untersuchungen zu sensibilisieren. Das RiMe # 2 Meeting zielte darauf ab, die durchgeführten Aktivitäten während der Projektlaufzeit zu reflektieren sowie die im Laufe des Projekts erworbenen Kenntnisse zu diskutieren. Des Weiteren blickte das Team auf die Zusammenarbeit zurück und entwickelte auf RiVi aufbauende Projektideen für die Zukunft.

Zunächst gab Mag.a Agnes Taibl, Senior Project Manager und Researcher am Ludwig Boltzmann Institut für Grund- und Menschenrechte, einen Überblick zu den erreichten Projektresultaten und notwendigen Änderungen aufgrund der Covid-19-Pandemie. Anschließend präsentierten Mag.a Sabine Mandl, Senior Researcher am Ludwig Boltzmann Institut für Grund- und Menschenrechte und JUDr. Mag. iur. Michal Malacka, Professor an der Juristischen Fakultät der Palacký Universität in Olmütz, die zentralen Ergebnisse aus ihren Artikeln, die veröffentlicht werden. Sabine Mandl beleuchtete den Begriff "Opfer von Straftaten" und stellte die wichtigsten Ergebnisse des Vergleichs zwischen der Istanbul-Konvention und der Opferschutzrichtlinie vor. Michal Malacka präsentierte zentrale Zusammenhänge zwischen Opferrechten und dem Zugang zu klinisch-forensischen Untersuchungen. Anschließend stellte Ao.Univ.-Prof. Dr.in Andrea Berzlanovich, externe Beraterin vom Zentrum für Gerichtsmedizin an der Medizinischen Universität Wien, die Ergebnisse der Evaluierung vor, die auf dem Feedback der Teilnehmer*innen und Befragten während der gesamten Projektlaufzeit basieren. Diese verdeutlichten die Zufriedenheit der Teilnehmer*innen mit dem Inhalt der Trainings, den Jour Fixe Meetings und anderen Veranstaltungen sowie den positiven Beitrag, den die RiVi-Aktivitäten auf ihr Verständnis und ihre Kompetenzen hinsichtlich klinisch-forensischer Untersuchungen und verwandter Themen hatten. Von den Ergebnissen inspiriert, reflektierte das Team über den positiven Beitrag des Projekts für die relevanten Interessengruppen. Zudem diskutierten die Partner*innen mögliche Folgeaktivitäten.

An der Zusammenarbeit im Projektteam schätzten alle Partner*innen dessen interdisziplinäre Zusammensetzung sowie den ergiebigen Austausch und die gute Kommunikation, trotz Covid-19 als Herausforderung für die Projektumsetzung. Hinsichtlich der zukünftigen Zusammenarbeit und möglicher Folgeaktivitäten wurden verschiedene Ideen diskutiert, wie beispielsweise eine tiefergehende Analyse des Unterstützungssystems und bestehender Lücken bei der Umsetzung der EU-Opferschutzrichtlinie. Zudem wurden Projektideen zu möglichen Unterschieden zwischen weiblichen und männlichen Opferhilfestrukturen sowie eine Intensivierung der interdisziplinären Zusammenarbeit zwischen gerichtsmedizinischen und klinischen Institutionen entwickelt. Darüber hinaus empfiehlt das Team, den Fokus auf strukturelle Änderungen zur Vermeidung von sekundärer Viktimisierung zu legen und Kinder sowie ältere Menschen in Pflegeeinrichtungen als weitere Zielgruppe zu berücksichtigen.

Die Agenda des Projekttreffens ist im Download-Bereich dieses Artikels zugänglich.

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