Regionale Kooperation von juridischen Fakultäten zur Verbesserung des Schutzes vor Diskriminierungen – Kursentwicklung

Ziel des Projekts ist die Entwicklung eines Modellkurses zum Thema rechtlicher Schutz vor Diskriminierungen in Südosteuropa, der im Rahmen einer Winterschule getestet und weiterentwickelt wird, um ihn dann in den Lehrplan von juridischen Fakultäten des Westbalkan als reguläres oder Wahlfach innerhalb der jeweiligen Master-Programme zu integrieren.

An dem Projekt sind juridischen Fakultäten aus Albanien, Bosnien und Herzegowina, Kroatien, Mazedonien und Serbien beteiligt, die Mitglieder des South East European Law School Network (SEELS) sind. Studierende der juridischen Fakultäten in Podgorica und Pristina bekommen die Möglichkeit, an der Winterschule teilzunehmen.

Die fünftägige Winterschule "Rechtlicher Schutz vor Diskriminierungen in Südosteuropa" findet vom 22. bis 26. Jänner 2018 in Belgrad statt. Die Winterschule richtet sich an Jus-Studierende aus den Projektländern im 3., 4. und 5. Jahr. Sie fördert Wissen und Fähigkeiten, die für das System der Prävention und des Schutzes vor Diskriminierungen relevant sind und ermöglicht den Vergleich der verschiedenen Systeme am Balkan auf regionaler Ebene. Das Programm basiert auf der Idee, dass Diskriminierung ein System ist, das Geschichten von Norm und Normalität erzeugt und reproduziert und über reale oder wahrgenommene Unterschiede Menschen markiert. Diskriminierung schafft Hierarchien und führt zu ungerechten Macht- und Privilegienverteilungen. Da Diskriminierungen sowohl Wohlstand als auch die Entwicklung von Individuen und Gesellschaften beschränken, wurden Rechtsvorschriften zum Schutz vor Diskriminierung und zur Verhinderung von Diskriminierungen eingeführt.

Die Winterschule bietet den Teilnehmenden einen Überblick über die Konzepte, Formen, Bereiche und Diskriminierungsgründe aus internationaler, europäischer und einer vergleichenden südosteuropäischen Perspektive. Die Teilnehmenden bekommen Einblicke in Schutzmechanismen gegen Diskriminierungen, Verfahrensaspekte von Diskriminierungsfällen und mögliche Abhilfemaßnahmen für von Diskriminierung betroffene Personen. Praktiker_innen teilen ihre Erfahrungen in der Förderung des Schutzes vor und der Prävention von Diskriminierungen mit den Teilnehmenden. Die Teilnehmenden bekommen die Möglichkeit, sich aktiv in Diskussionen und Workshops einzubringen, die auf die praktische Anwendung theoretischer Kenntnisse aus den Vorlesungen abzielen. Renommierten Professor_innen von SEELS unterrichten die Teilnehmenden der Winterschule. Da die Professor_innen von verschiedenen Rechtsfakultäten aus der Region kommen, haben die Teilnehmenden die Möglichkeit, verschiedene Lehrmethoden zu erleben und einen tieferen Einblick in die regionalen Kontexte zu erhalten.

Die Winterschule wird evaluiert mit dem Ziel vor Augen einen Regelkurs oder Wahlfachkurs zum rechtlichen Schutz vor Diskriminierungen in Südosteuropa zu entwickeln, der in den jeweiligen Masterprogrammen der juridischen Fakultäten in den Projektländern etabliert werden soll.

Land: 
Albanien, Bosnien und Herzegowina, Kroatien, Kosovo, Mazedonien, Montenegro und Serbien
Beteiligte Personen : 

Barbara Liegl

Kontakt: 
Trägerorganisation: 
Ludwig Boltzmann Institut für Menschenrechte
Partnerorganisationen: 
South East European Law School Network (SEELS), http://www.seelawschool.org/index.php?lang=en
Projektstart: 
08/2017
Projektende: 
10/2018
Projekt abgeschlossen : 
Yes
Gefördert von: 
Deutsche Zusammenarbeit, Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH
Team: 
Anti-Discrimination, Diversity and Asylum