FRA-Studie zu "Kinderhandel in der EU" veröffentlicht

Auf der Grundlage der im März 2009 von der Europäischen Grundrechteagentur (FRA) veröffentlichten Studie über die Kinderrrechteindikatoren wurde nun die erste thematische Studie zu Kinderrechten veröffentlicht: "Child Trafficking in the European Union - Challenges, perspectives and good practices".

Die FRA kommt zu dem Schluss, dass innerhalb der EU jedes Jahr eine beträchtliche Anzahl von Kindern Opfer von Menschenhandel werden. Die Gründe dafür sind meist sexuelle Ausbeutung, Arbeitskraftausbeutung, Adoptionen und Organentnahmen.

Für eine ausreichende Darstellung dieser Menschenrechtsverletzungen fehlt es an den nötigen Daten und Statistiken, weshalb es dazu so gut wie keine verlässlichen Studien gibt. Eine genaue rechtliche Definition von Kinderhandel fehlt sowohl auf europäischer als auch auf mitgliedsstaatlicher Ebene.

Die Anzahl an strafrechtlichen Verurteilungen wegen Kinderhandel ist sehr gering, solche gab es in den Jahren 2000 bis 2007 in nur 4 Mitgliedsstaaten. Dies liegt vor allem daran, dass Kinder oftmals nicht indentifiziert werden können und somit die Beweisführung schwierig ist. Als Beispiele für die erfolgreiche Identifikation von Opfern von Kinderhandel nennt die FRA Finnland und Tschechien.

In vielen Fällen werden Opfer von Kinderhandel kirminalisiert und für Delikte wie Prostitution oder illegale Grenzüberschreitung bestraft.

Neben der im Juli 2009 veröffentlichten Gesamtstudie hat die FRA auf Ihrer Webseite auch die Länderberichte zu den einzelnen Mitgliedsstaaten zur Verfügung gestellt. Im Anhang finden Sie die Studie sowie den vom BIM verfassten Länderbericht für Österreich. Sämtliche Publikationen sind nur auf englisch verfügbar.