Geschlechtergleichstellung im Arbeitsleben - Türkische Delegation in Wien

Runder Tisch zum Thema Geschlechtergleichstellung im Arbeitsleben

Als Juniorpartner des deutschen Bundesministeriums für Arbeit und Soziales im Twinning-Projekt „Förderung der Geschlechtergleichstellung im Arbeitsleben" organisierte das Ludwig Boltzmann Institut für Menschenrechte vom 24. bis 28. Oktober 2011 einen Studienbesuch für 11 türkische BeamtInnen. Dabei standen für die Delegation zahlreiche Treffen mit österreichischen ExpertInnen auf dem Programm, die einen fachlichen Austausch über die Thematik Geschlechtergleichstellung im Arbeitsleben ermöglichten.

So besuchten die TeilnehmerInnen des Studienbesuchs nach einer halbtägigen Einführung am BIM zunächst die Sektion II des Bundeskanzleramtes (Frauenangelegenheiten und Gleichstellung) und das Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz, wodurch sie einen guten Überblick über die rechtliche Umsetzung des einschlägigen acquis communautaire in Österreich erhielten. Ebenso wurden mit Vertreterinnen der Gleichbehandlungsanwaltschaft, des Arbeitsmarktservice Wien, der Bundesfrauenabteilung des Österreichischen Gewerkschaftsbundes, des Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds und des Dezernats Gender Mainstreaming der Magistratsdirektion der Stadt Wien Treffen abgehalten, um mehr über die Um- und Durchsetzung der rechtlichen Bestimmungen sowie gezielte Fördermaßnahmen zu erfahren. Abgerundet wurde das Programm mit einem Besuch von WUK Domino, einem arbeitsmarktpolitischen Projekt für Jugendliche des Werkstätten- und Kulturhauses, und einer Führung durch die Ausstellung „Emanzen, Ikonen und andere Frauen“ des Stadt- und Landesarchivs Wien. Letzterer Programmpunkt bot nicht nur thematisch einen guten Überblick über historische Entwicklungen des Kampfes um Geschlechtergleichstellung in Österreich, sondern ermöglichte der türkischen Delegation zusätzlich, sich vor Ort mit einer Expertin der Magistratsabteilung 57 für Frauenförderung und Koordinierung von Frauenangelegenheiten über die derzeitige Lage auszutauschen.

Insgesamt kann auf eine sehr anregende Arbeitswoche zurückgeblickt werden, die durch den Austausch zwischen türkischen und österreichischen ExpertInnen einen wichtigen Beitrag zur vom Projekt angestrebten Bewusstseinsbildung und zum gegenseitigen Lernen leisten konnte. Trotz der inhaltlich umfassenden Vorträge blieb viel Raum für Diskussionen, um Fragen der TeilnehmerInnen zu konkreter Umsetzung und aktuellen Herausforderungen im Bereich Geschlechtergleichstellung am österreichischen Arbeitsmarkt zu erörtern und dabei Vergleiche mit der Praxis im eigenen Land zu ziehen.