Workshop zu Kinderschutz und Jugendgerichtsbarkeit in Wien

Im Rahmen des EU Projektes: "Improving Juvenile Justice Systems in Europe - Training for professionals" fand der österreichische nationale Workshop in Österreich vom 23. 6. bis 24.6.2016 im Justizministerium in Wien statt.

Die Umsetzung des EU Projektes in Österreich erfolgt vom Ludwig Boltzmann Insitut für Menschenrechte in Kooperation mit dem Justizministerium. Nähere Informationen zum Projekt finden Sie hier.

Am Workshop nahmen insgesamt 50 ExpertInnen aus unterschiedlichen Bereichen, wie Polizei, Strafjustiz, Vollzug, Rehabilitation und Resozialisierung teil. Nähere Details finden Sie im Programm (PDF).

Der erste Tag startete mit einem Überblick über die internationalen und europäischen Kinderrechtsstandards im Bereich Jugendgerichtsbarkeit und beleuchtete anschließend die österreichische Situation insbesondere vor dem Hintergrund der Gewalttaten in der Vollzugsanstalt Josefstadt 2013.

Am Nachmittag wurden in vier parallel stattfindenden Arbeitsgruppen folgende Themen diskutiert: 1) Präventive Maßnahmen, 2) Erstkontakt und Verhaftung, 3) Haftvermeidung, -verkürzung und alternative Maßnahmen und 4) Entlassung und Resozialisierung.

Der zweite Tag fokussierte auf Kommunikation mit Kindern und Jugendlichen, was als Schlüsselelement zur Verbesserung der Jugendgerichtsbarkeit identifiziert wurde. Des Weiteren wurden Aus- und Weiterbildungmodule für "JustizwachebeamtInnen", "JugendrichterInnen" und "PolizistInnen" vorgestellt und diskutiert.

IJJO (International Juvenile Justice Organisation) aus Belgien, die die Projektleitung inne haben - publizierte ein Handbuch zur kindgerechten Gestaltung der Jugendgerichtsbarkeit, das im Auftrag vom Ludwig Boltzmann Institut für Menschenrechte von Englisch auf Deutsch übersetzt wurde (Download im Anhang). Teile aus diesem Handbuch wurden während des Workshops präsentiert und den TeilnehmerInnen zur Verfügung gestellt. Im Zuge des Projekts enstanden drei Videos mit den Erfahrungen von Kindern und Jugendlichen mit der Polizei und dem Justizsystem in Nordirland, die von  der Organisation "Include Youth" erstellt wurden. Diese Videos (Original mit englischen Untertiteln) können für Trainingszwecke verwendet werden. Hier der Link. Darüberhinaus gibt es ein Video - Gareth's Geschichte - mit Deutschen Untertiteln.

Workshop Dokumentation

Donnerstag, 23.6.2016

Juvenile Justice und Menschenrechte:

Überblick über europäische Standards im Bereich der Jugendgerichtsbarkeit (PDF), Moritz Birk (Ludwig Boltzmann Institut für Menschenrechte)

Juvenile Justice in Österreich:

Entwicklungen und Reformbedarf aus zivilgesellschaftlicher Perspektive (PDF), Christoph Koss (Neustart)

 

Ergebnisse aus den Arbeitsgruppen:

AG 1: Präventive Maßnahmen:

Impulsreferat (PDF), Christine Winkler-Kirchberger (Kinder- und Jugendanwaltschaft OÖ)

Zusammenfassung der Diskussion

AG 2: Jugendliche, die mit dem Gesetz in Konflikt geraten sind. Erster Kontakt und Festnahme:

Input, Helmut Pöttler (Landeskriminalamt Wien)

Zusammenfassung der Diskussion

AG 3: Haftvermeidung (alternative Maßnahmen) und Haftverkürzung:

Impulsreferat (PDF), Claudia Frank-Slop (Familien- und Jugendgerichtshilfe Wien)

Zusammenfassung der Diskussion

AG 4: Entlassung und Resozialisierung:

Thesenpapier (PDF), Klaus Priechenfried (Neustart)

Zusammenfassung der Diskussion

 

Freitag, 24.6.2016

Kindergerechte Kommunikation aus entwicklungspsychologischer Sicht (PDF), Ernst Berger (Kinder- und Jugendpsychiatrie, Universität Wien)

Grundlegende Prinzipien für eine kindergerechte Kommunikation (PDF) - Präsentation des "training package zu juvenile justice", Sabine Mandl (Ludwig Boltzmann Institut für Menschenrechte)

Video: Gareth's Geschichte, 9 min (Organisation "Include Youth", Northern Ireland)

 

Erfahrungen aus Aus- und Weiterbildungen.

Ausbildung für JustizwachebeamtInnen (PDF): Edith Szecsenyi-Trefanec (BMJ)

Ausbildung für JugendrichterInnen (PDF): Christa Edwards (Richterin des Oberlandesgerichts)

Weiterbildung für PolizistInnen (PDF): Walter Schimpf (Landeskriminalamt/Kriminalprävention Wien)