Goldene Otto-Hahn-Friedensmedaille für Manfred Nowak

Am 17. Dezember wurde Manfred Nowak, Gründer und wissenschaftlicher Leiter des Ludwig Boltzmann Instituts für Menschenrechte, in Berlin mit der Otto-Hahn-Friedensmedaille in Gold für besondere Verdienste um Frieden und Völkerverständigung geehrt. Die Verleihung durch die Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen wird mit dem „beispielhaften Engagement um die Durchsetzung der Menschenrechte“ des international anerkannten Menschenrechtsexperten begründet. Die Laudatio hält der Menschenrechtsbeauftragte der deutschen Bundesregierung Christoph Strässer.

Manfred Nowak ist Völkerrechtsprofessor am Institut für Europarecht, Internationales Recht und Rechtsvergleichung der Universität Wien. Außerdem ist er Leiter des neuen Forschungszentrums für Menschenrechte und des postgradualen Master of Arts in Human Rights an der Universität Wien. Zwischen 2004 und 2010 war Nowak Sonderberichterstatter über Folter der Vereinten Nationen und hat in dieser Tätigkeit unter anderem über die im US-Gefangenenlager Guantanamo angewandten völkerrechtswidrigen Verhörpraktiken berichtet und maßgeblich dazu beigetragen, schwere Menschenrechtsverletzungen durch die USA infolge der Terroranschläge vom 11. September 2001 publik zu machen. Die USA haben mittlerweile vor den Vereinten Nationen eingestanden, Folter zur Informationsgewinnung eingesetzt zu haben. Ein Aufsehen erregender Bericht des US-amerikanischen Senats über die Aktivitäten der CIA unter dem früheren Präsidenten George W. Bush belegt die von Nowak in einer globalen Studie über Geheimgefängnisse im Kampf gegen den Terror 2010 erhobenen Vorwürfe.
 
Geehrt wird Nowak laut der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen aber auch für den Versuch, einen Weltgerichtshof für Menschenrechte zu etablieren. Zur bevorstehenden Verleihung sagt Nowak: „Diese Auszeichnung für meine Arbeit ist eine große Ehre und kam für mich völlig überraschend, weshalb ich mich umso mehr darüber freue.“

Die Otto-Hahn-Friedensmedaille erinnert an das humanitäre und friedenspolitische Wirken des Kernchemikers, Nobelpreisträgers und Berliner Ehrenbürgers Otto Hahn insbesondere nach den Atombombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki im August 1945. Gestiftet von dessen Enkel Dietrich Hahn wird sie seit 1988 jeweils am 17. Dezember, dem Jahrestag der Entdeckung der Kernspaltung durch Otto Hahn und Fritz Strassmann im Jahr 1938, in Berlin verliehen.

PreisträgerInnen waren Sandro Pertini, Michail Gorbatschow, Simon Wiesenthal, Sir Karl R. Popper, Hans Koschnick, Lord Yehudi Menuhin, Gerd Ruge, Miriam Makeba, Mary Robinson, Muhammad Ali, Hans Küng, Daniel Barenboim und Tadatoshi Akiba. Ihnen allen gemein ist laut der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen die humanitäre Grundhaltung der PreisträgerInnen und die Überzeugung, dass durch ihr Handeln Veränderungen und Lösungen möglich sind.

Die Festrede anlässlich der Verleihung ist zum Download verfügbar.