RiVi Jour Fixe: Verbesserte Unterstützung für Betroffene von Gewalt

V.l.n.r.  Ao. Univ-Prof.in Dr.in Andrea Berzlanovich, Mag.a Sabine Mandl, Mag.a Sabine Gasser, Mag.a Bernadette Schmidl, Mag.a Agnes Taibl.

Im Rahmen des RiVi-Projekts „Rechte von Opfern physischer Gewalt: Verbesserter Zugang zu forensischen Untersuchungen“ organisierte das Ludwig Boltzmann Institut für Menschenrechte am 24. September 2020 ein Jour Fixe-Treffen in der Klinik Floridsdorf in Wien. Bei diesem Jour Fixe trafen sich verschiedene Stakeholder im Bereich des Opferschutzes, wie beispielsweise medizinisches Personal und Vertreter*innen von Gewaltschutzeinrichtungen.

Das seit Februar 2019 laufende RiVi-Projekt zielt darauf ab, die Rechte von Gewaltopfern im Sinne der EU-Opferschutzrichtlinie zu stärken. Ein zentraler Aspekt des RiVi-Projekts ist in dieser Hinsicht die Verbesserung des Wissens und die Sensibilisierung des medizinischen Fachpersonals bezüglich klinisch-forensischer Untersuchungen. Hierdurch soll für Betroffene von Gewalt ein verbesserter Zugang zu diesen Untersuchungen ermöglicht werden. Somit können Beweismittel gesichert werden, was die Position von Opfern in möglichen künftigen Gerichtsverfahren stärkt und deshalb besonders wichtig ist.

Eingeleitet wurde die Veranstaltung von Mag.a Sabine Mandl, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Ludwig Boltzmann Institut für Menschenrechte und Expertin im Bereich Frauenrechte und geschlechtsspezifische Gewalt. Die Schlüsselfrage „Was ist Gewalt?“ beantwortete sie aus rechtlicher und sozialwissenschaftlicher Perspektive. Danach hielt Ao. Univ-Prof.in Dr.in Andrea Berzlanovich, Gerichtsmedizinerin und Leiterin des Fachbereichs „Forensische Gerontologie“ am Zentrum für Gerichtsmedizin der Medizinischen Universität Wien, einen Vortrag über klinisch-forensische Untersuchungen. Anhand konkreter Fallbeispiele veranschaulichte sie Beweisaufnahme, Dokumentation und Archivierung. Schließlich lieferten Mag.a Sabine Gasser und Mag.a Bernadette Schmidl, Vertreterinnen des 24h-Frauennotrufs der Stadt Wien, einen Beitrag zu Klient*innenzentrierter Gesprächsführung, welche  die psycho-soziale Unterstützung von Betroffenen besonders fördert. 

Das Jour Fixe-Treffen hat dazu beigetragen, Teilnehmer*innen über Opferrechte und über die Wichtigkeit klinisch-forensischer Untersuchungen zu informieren. Darüber hinaus ermöglichte es die Stärkung der Kooperation zwischen den oben genannten Akteuren. Dieser multidisziplinäre Ansatz ist von zentraler Bedeutung, um Betroffenen von Gewalt eine bessere Unterstützung zu gewähren. In den nächsten Monaten werden in Wien noch zwei weitere Jour Fixe-Treffen stattfinden. Darüber hinaus finden ähnliche Veranstaltungen in allen Partnerländern des RiVi-Projekts statt, konkret in Deutschland, Italien und Tschechien.

Die Agenda des Jour Fixe-Treffens ist in der Download-Sektion dieses Artikels zugänglich. Weitere Informationen zum RiVi-Projekt finden Sie hier.

 

Mag.a Sabine Mandl verdeutlicht die unterschiedlichen Dimensionen von Gewalt.
Ao. Univ-Prof.in Dr.in Andrea Berzlanovich erklärt den Ablauf einer klinisch-forensischen Untersuchung.
Mag.a Sabine Gasser und Mag.a Bernadette Schmidl tragen Grundlagen Klient*innenzentrierter Gesprächsführung vor.
Das medizinische Fachpersonal bei der Teilnahme am Jour Fixe.