Kick-Off Twinning-Projekt: Stärkung der Kapazitäten staatlicher Einrichtungen und lokaler Anlaufstellen zur Gewährleistung von Sicherheit und Unterstützung für Betroffene häuslicher Gewalt in Aserbaidschan

Das Kick-Off-Meeting des EU-finanzierten Twinning-Projekts mit dem Titel "Stärkung der Kapazitäten staatlicher Einrichtungen und lokaler Anlaufstellen zur Gewährleistung von Sicherheit und Unterstützung für Betroffene häuslicher Gewalt in Aserbaidschan“ wurde am 29. März 2021 digital abgehalten. Vertreten waren unter anderem Kęstutis Jankauskas, Leiter der Delegation der Europäischen Union in Aserbaidschan, Egidijus Navikas, Vertreter der litauischen Botschaft, Wolfgang Marchardt, Vertreter der österreichischen Botschaft sowie Twinning Projektleiterin Audra Mikalauskaitė vom Ministerium für soziale Sicherheit und Arbeit in Litauen und Junior Projektleiterin Sabine Mandl vom Ludwig Boltzmann Institut für Grund- und Menschenrechte. Mehr als 60 Expert*innen aus den beteiligten Ländern Aserbaidschan, Litauen und Österreich wurden über die nationalen Herausforderungen im Bereich häuslicher Gewalt und die Ziele des Projekts informiert.

Um für Opfer häuslicher Gewalt bessere Unterstützung und Sicherheit zu gewährleisten, zielt das Projekt darauf ab den rechtlichen Stauts von Anlaufstellen bei geschlechtsspezifischer Gewalt und Gewalt gegen Kinder zu verbessern, institutionelle Mechanismen zur rechtlichen und psychologischen Beratung von Opfern zu entwickeln und rechtliche Rahmenbedingungen für eine weitere Kriminalisierung häuslicher Gewalt zu schaffen. Zudem werden Rehabilitationsprogramme für Täter*innen erarbeitet und Schulungen für Polizist*innen, Richter*innen und Sozialarbeiter*innen durchgeführt. Außerdem sollen Journalist*innen und Social-Media-Influencer*innen vernetzt und für die Dimensionen häuslicher Gewalt sensibilisiert werden, um zum gesellschaftlichen Verständnis beizutragen und Präventionsarbeit in der Bevölkerung zu leisten.

Frau Sadagat Gahramanova, Projektleiterin in Aserbaidschan und stellvertretende Vorsitzende des staatlichen Komitees für Familien, Frauen und Kinder, eröffnete das Treffen, indem sie sowohl die Fortschritte in der nationalen Gesetzgebung Aserbaidschans als auch die Bedeutung des weiteren Ausbaus im Rahmen der Annäherung an die EU-Standards hervorhob. Sie betonte die Relevanz des Themas aufgrund der Zunahme von häuslicher Gewalt während der Covid-19-Pandemie sowie die Verantwortung des Staates, die Gesellschaft zu sensibilisieren. Kęstutis Jankauskas ging anschließend auf das Engagement der EU ein, die rechtlichen Rahmenbedingungen und Institutionen zu stärken, um Ursachen von Gewalt zu bekämpfen. In diesem Zusammenhang stellte er die Bedeutung der Ratifizierung der Istanbul-Konvention als zentrale Perspektive für die Zukunft vor.

MS-Projektleiterin Audra Mikalauskaitė sowie Junior Projektleiterin Sabine Mandl präsentierten die am Projekt beteiligten Institutionen und bisherige Aktivitäten.  Das Ludwig Boltzmann Institut für Grund- und Menschenrechte trägt besonders mit seiner Expertise im Bereich Frauenrechte und geschlechtsspezifischer Gewalt sowie mit langjähriger Erfahrung in der Durchführung von Twinning-Projekten zur Umsetzung des Projekts bei.

Zusammenfassend führte das Kick-off-Meeting die Teilnehmer in die vielfältigen Dimensionen und Herausforderungen häuslicher Gewalt in Aserbaidschan ein und zeigte die vielfältigen Ansätze des Twinning-Projekts auf.

Nähere Informationen zum Projekt finden Sie hier.