26. Juni - Statement zum Internationalen Tag zur Unterstützung von Folteropfern

26.06.2021 Internationaler Tag zur Unterstützung von Folteropfern

Anlässlich des Internationalen Tages zur Unterstützung von Folteropfern betont das Ludwig Boltzmann Institut für Grund- und Menschenrechte den absoluten Charakter des Verbots von Folter und erklärt sich mit allen Opfern von Folter und anderen Formen der Misshandlung auf der ganzen Welt, ihren Familien und Freunden solidarisch.

Der Internationale Tag zur Unterstützung der Folteropfer wurde 1997 von den Vereinten Nationen ins Leben gerufen. Dieser Tag soll nicht nur Folteropfern und ihren Familien eine Stimme geben, sondern auch das politische Engagement gegen Folter verstärken. Das Datum erinnert an das Inkrafttreten der UN-Konvention gegen Folter am 26. Juni 1987.

Folter ist ein Verbrechen unter internationalem Recht. Es ist für alle Staaten absolut verboten und kann unter keinen Umständen gerechtfertigt werden. Der heutige Tag erinnert uns daran, dass Folter eine globale Herausforderung bleibt und dass noch viel getan werden muss, um sie zu beseitigen.

Folter geschieht am häufigsten mit dem Ziel, ein Geständnis durch Strafverfolgungsbehörden, Geheimdienstbeamte und Militärpersonal zu erzwingen. "In meiner Zeit als UN-Sonderberichterstatter für Folter habe ich beobachtet, dass Folter und Nötigung am häufigsten im Rahmen der Vernehmung von Verdächtigen und zur Erlangung von Geständnissen stattfinden“, sagt Juan E. Méndez.

Aus diesem Grund drängen internationale Expert:innen immer wieder auf eine Abkehr von anklagenden, erzwingenden, manipulativen und geständnisgetriebenen Praktiken hin zu investigativen Vernehmungstechniken (UNSRT, Méndez, 2016). In diesem Jahr war die Verabschiedung der „Principles on Effective Interviewing for Investigations and Information Gathering”, auch „Mendez-Prinzipien“ genannt, in dieser Hinsicht ein monumentaler Erfolg.

Das Ludwig Boltzmann Institut für Grund- und Menschenrechte begrüßt die Verabschiedung der „Principles on Effective Interviewing for Investigations and Information Gathering” und steht bereit, sich gemeinsam für die Umsetzung dieser wegweisenden Entwicklung einzusetzen.

Hier geht's zum Statement (English version only)