8. März 2022: Internationaler Frauentag

Internationaler Frauentag

Weltweit werden jährlich am 8. März, dem Internationalen Frauentag, die Errungenschaften der Frauenrechtsbewegung gefeiert sowie die nach wie vor existente Diskriminierung von Frauen thematisiert. Denn obwohl völkerrechtlich verbindliche Verträge wie die Europäische Sozialcharta eine Diskriminierung aufgrund des Geschlechts untersagen und die Gleichberechtigung von Frauen und Männern garantieren sollen, sind Frauen immer noch mit gravierenden gesellschaftlichen Benachteiligungen konfrontiert. Verschärft wird diese Schieflage durch die Tatsache, dass Frauen überproportional stark und nachteilig von den Folgen der COVID-19-Pandemie betroffen sind.

Anlässlich des Internationalen Frauentags werfen Karin Lukas und Vincent Perle auf dem A&W-Blog einen Blick auf die geschlechtsspezifischen Auswirkungen der Krise und die Frage, welche Maßnahmen in Europa ergriffen wurden, um auf diese zu reagieren.

"Die COVID-19 Krise verschärft bestehende Ungleichheiten und schafft neue. Frauen sind stärker von den Entwicklungen am Arbeitsmarkt betroffen, schultern als „systemrelevante“ Arbeitskräfte einen Großteil der Krise und sind dem Virus am Arbeitsplatz stärker ausgesetzt. Die Zunahme unbezahlter Sorgearbeit und häuslicher Gewalt verschärft die Situation zusätzlich. Entwicklungen, die sich bereits im Rahmen vergangener Gesundheitskrisen beobachten ließen und sich an den Schnittstellen mit Rassismus und anderen Diskriminierungsformen besonders deutlich manifestieren.

Die Krise hat allerdings auch dafür gesorgt, dass die systemrelevante Funktion weiblich dominierter Berufsgruppen, etwa im Gesundheitsbereich oder Einzelhandel, in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt ist. Im besten Fall könnte das langfristig dazu führen, dass diese Berufsgruppen endlich entsprechende Anerkennung finden. Bisher wurde es allerdings verpasst, diese Anerkennung in konkrete politische Maßnahmen zu übersetzen. Auch für Österreich zeigen Untersuchungen außerdem, dass die im europäischen Vergleich eher umfangreicheren Maßnahmen nicht ausgereicht haben, um die beschriebene Schieflage hinsichtlich der Folgen der Pandemie zu korrigieren. Es braucht daher dringend gezielte und geschlechtssensible Maßnahmen, die verhindern, dass Frauen die großen Verliererinnen der Krise sind und wichtige Fortschritte am Weg zur Gleichberechtigung zunichtegemacht werden."

 

Den ganzen Artikel können Sie hier auf dem AW-Blog lesen. Der Artikel entstand im Rahmen eines Kooperationsprojektes zwischen der Arbeiterkammer und dem Ludwig Boltzmann Institut für Grund- und Menschenrechte (LBI-GMR), gefördert vom Netzwerk Wissenschaft der AK.
Ebenfalls auf dem AW-Blog kürzlich erschienen ist der Beitrag von Karin Lukas und Vincent Perle zum Thema Europäische Sozialstaaten in der COVID-19-Krise.

 

Weiteres Programm zum Internationalen Frauentag

Anlässlich des Internationalen Frauentages diskutiert Karin Lukas am 8. März um 17:00 Uhr mit der Jusitzministerin Alma Zadić sowie weiteren Menschenrechtsexpertinnen über frauenspezifische Potentiale und Herausforderungen im persönlichen Werdegang als auch im beruflichen Kontext diskutieren. Zur Veranstaltung

Details
Datum: 
Dienstag, 8. März 2022 (Ganztägig)
Ort: 
Weltweit