Freiheitsentzug von Kindern in Österreich am Prüfstand: Die Empfehlungen der UN Global Study zu Freiheitsentzug von Kindern auf nationaler Ebene wirksam umsetzen!

Im November 2019 wurde die erste weltweite Studie zu Freiheitsentzug von Kindern veröffentlicht. Die UN Global Study on Children Deprived of Liberty untersuchte, inwieweit Staaten grundlegende menschen- bzw. kinderrechtliche Standards zur Vermeidung von Freiheitsentzug von Kindern umsetzen. Dazu widmete sich die Studie insbesondere der Frage, inwieweit vor der Setzung freiheitsbeschränkender Maßnahmen jeglicher Art auf individueller Fallbasis zuerst Alternativen geprüft worden sind. (zur online Version der UN Global Study)

Um eine Umsetzung der umfangreichen Empfehlungen der UN Studie auf nationaler Ebene voranzubringen, hat das Ludwig Boltzmann Institut für Grund- und Menschenrechte im August 2020 ein Projekt gestartet, das sich der Frage widmet, inwieweit diese Empfehlungen in Österreich bereits umgesetzt sind und an welcher Stelle weiterer Handlungsbedarf besteht.

Die Projektaktivitäten umfassen eine Bestandsaufnahme der rechtlichen und faktischen Rahmenbedingungen für Alternativen zum Freiheitsentzug von Kindern und Jugendlichen, die Erarbeitung eines nationalen Umsetzungsprogramms für gute, kinderrechtsbasierte Praxis sowie die Stärkung eines umfassenden Monitoringsystems für die Umsetzung kinderrechtlicher Standards im Hinblick auf Freiheitsentzug von Kindern. Ein besonderer Fokus liegt hierbei auf den Bereichen Justiz, Asyl- und Migration, stationäre Unterbringung/Situation von Kindern mit Behinderungen. Im Rahmen des Projekts wird eine enge Zusammenarbeit mit allen relevanten Akteuren (insbesondere Volksanwaltschaft, Kinder- und Jugendanwaltschaften und Bewohnervertretungen) sowie eine aktive Partizipation von Kindern- und Jugendlichen im Forschungsprozess angestrebt.

Land: 
Österreich
Beteiligte Personen : 

Projektteam: Dr. Helmut Sax (Projektleitung), Alexandra Hoheisel MAIS, Laura Stelzer LLM
Advisory Board: Georges Younes (UN Global Study Manager), Renate Winter (Jugendrichterin und Kinderrechtsexpertin, Mitglied UN-Kinderrechtsausschuss), Andrea Holz-Dahrenstaedt (Kinder- und Jugendanwältin Salzburg)
Beraterinnen zur Kinderpartizipation: Laura Lundy (Queen’s University Belfast, UK), Claudia Grasl (Kinder- und Jugendanwältin Wien)

Kontakt: 
Trägerorganisation: 
Ludwig Boltzmann Institut für Grund- und Menschenrechte
Partnerorganisationen: 
Global Campus of Human Rights, Venedig (Manu Krishan, Reina Loader)
Projektstart: 
09/2020
Projektende: 
01/2022
Gefördert von: 
Right Livelihood Foundation (RLF)/Global Campus
Team: 
Human Dignity and Public Security