Menschen verlassen ihren Heimatort aus unterschiedlichen Gründen: Hier stellen Veränderungen in der Umwelt einen der Faktoren dar, die – gemeinsam mit anderen wirtschaftlichen, politischen oder sozialen Faktoren – zu (oft unfreiwilliger) Migration führen können (zB Dürren, Desertifikation, Überflutungen, Meeresspiegelanstieg).
Zunehmend wird Klimawandel für diese Veränderungen verantwortlich gemacht. In einigen Fällen umweltbedingter Migration ist eine klare Abgrenzung zwischen freiwilliger und unfreiwilliger Migration schwierig – insbesondere in Fällen, in denen Personen aufgrund von Dürren nur unter schwierigen Umständen ihre täglichen Bedürfnisse erfüllen können und daher entscheiden, ihren Herkunftsort zu verlassen. Daraus ergeben sich Fragen hinsichtlich der Rechtsstellung dieser Personen, insbesondere ob diese internationalen Schutz erhalten können.
In der Vergangenheit haben wir uns mit der Rechtstellung von Personen, die hauptsächlich aufgrund von Umweltfaktoren ihren Heimatort verlassen mussten im internationalen und EU Recht auseinandergesetzt. In einem aktuellen Projekt (ClimMig) liegt der Fokus auf der Frage, inwieweit die rechtlichen aber auch institutionellen Rahmen auf globaler, europäischer und österreichischer Ebene klimawandelinduzierte Migration ausreichend berücksichtigen bzw. wie bestehende Lücken adressiert werden sollten. Wir werden in diesem Zusammenhang nicht nur auf unfreiwillige Migration sondern auch auf Aspekte freiwilliger Migration als Anpassungsmaßnahme eingehen.
GRAPES OF WRATH spielt in den dreißiger Jahren in der Dust Bowl, Oklahoma: Das ganze Land steckt in der Wirtschaftskrise. Auch die Farmer-Familie Joad bekommt die Folgen der Depression mit aller Härte zu spüren. Als sie in der Dust Bowl aufgrund einer längeren Dürre kein Auskommen mehr haben, machen sie sich auf den Weg nach Kalifornien, um dort ein neues, besseres Zuhause zu finden. In Kalifornien erwarten die Familie statt der erhofften gut bezahlten Arbeit jedoch wirtschaftliche Ausbeutung, Hunger und Anfeindung durch die ansässige Bevölkerung. Der Film basiert auf einer Novelle von John Steinbeck.
Die Konferenz zum Thema "Human Rights, Environmental Change, Migration and Displacement" wird vom Ludwig Boltzmann Institut für Menschenrechte in Zusammenarbeit mit dem Institute for Sustainable Development and International Relations (IDDRI), Paris, organisiert.
Sie findet im Kontext des ClimMig Projekts, eines vom österreichischen Klima- und Energiefonds finanzierten Forschungsprojektes, statt. Details zur Konferenz und zum Projekt finden sich auf der Webseite (in Englisch) www.humanrights.at/climmig.
Die Registrierung war bis 14. September möglich.
Für die Konferenz "ClimMig: Human Rights, Environmental Change, Migration and Displacement" in Wien am 20./21. September 2012 konnten Abstracts eingereicht werden.
Abstracts (max. 250 Wörter) waren bis 1. April 2012 an c4p.climmig@humanrights.at zu übermitteln.
Der Wandel des Klimas und seine Auswirkungen sind zunehmend in der Diskussion. Viele Berichte machen die von Menschen verursachten Veränderungen als Ursache dafür aus, dass sich Vegetationszonen verschieben und extreme Wetterlagen wie Wirbelstürme und Überschwemmungen häufen. Diese gefährden die Wasser- und Nahrungsmittelversorgung und die Versorgung mit Wohnraum von Menschen in vielen Regionen der Erde. Vor allem in den so genannten "hot spots" oder "hot areas" steigt das Potenzial von Menschen, die durch Migration diesen Folgen entgehen wollen. Ziel der Fachtagung ist es, aktuelle Erkenntnisse zum Nexus Migration und Umweltveränderung vorzustellen und den Versuch zu unternehmen, das Phänomen der klimafolgeninduzierten Migration quantitativ besser fassbar zu machen.
Klimawandelinduzierte Umweltveränderungen beeinträchtigen wesentliche Menschenrechte und können zu unfreiwilliger Migration führen. Ein Großteil der betroffenen Personen bleibt im Herkunftsstaat (in der Regel ein Entwicklungsland). Obwohl oft dritte Staaten den Großteil der Treibhausgasemissionen verursachen, ist primär der Herkunftsstaat für den Schutz dieser Personen verantwortlich.
Bei dem Workshop in Berlin werden die Ergebnisse des Forschungsprojekts „Entwicklung von Vorschlägen zur Rechtsstellung und rechtlichen Behandlung von Umweltflüchtlingen“ präsentiert, das vom Ludwig Boltzmann Institut für Menschenrechte gemeinsam mit der Universität Wien im Auftrag des Deutschen Umweltbundesamtes während des letzten Jahres durchgeführt wurde. ExpertInnen aus dem Bereich Völkerrecht werden die Ergebnisse kommentieren.