Zivilgesellschaftliche Initiativen

Seit 2014 unterstützt das Ludwig Boltzmann Institut für Menschenrechte – Forschungsverein (BIM-FV) zivilgesellschaftliche Initiativen zur Unterstützung informeller Gruppen und Grass-Root-Bewegungen in Bosnien und Herzegowina. Im Vordergrund steht dabei das Anliegen der BürgerInnen in Bosnien und Herzegowina, proaktive Agenten der Veränderung auf lokaler Ebene zu sein, um die Zivilgesellschaft zu stärken und einen besseren Zugang zu Menschenrechten und sozialer Gerechtigkeit zu gewährleisten.

Nach der im September 2014 in Wien abgehaltenen Konferenz "Civil Society as a Factor for Change in Bosnia and Herzegovina", die vom BIM-FV in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres, der ERSTE Stiftung, dem Renner-Institut, der Central European Initiative, dem Sonderbeauftragten der EU in BiH und der Britischen Botschaft organisiert wurde, fanden seit 2015 Follow-up-Aktivitäten in Bosnien und Herzegowina statt. Dabei wird das Ziel verfolgt, den informellen BürgerInnen-Gruppen und Grass-Root-Initiativen eine nachhaltige Stütze zu bieten ihr Potenzial freisetzen zu können, um Veränderungen auf lokaler Ebene einzuleiten und die ineffektiven und festgefahrenen Strukturen aufzubrechen.

Das BIM-FV agiert dabei als Brücke und Koordinator zwischen den informellen BürgerInnen-Gruppen und den Projektpartnern. Sieben ausgewählte Gruppen - Bewegung der BürgerInnen in Gračanica, Plenum Bosanska Krupa, Plenum Zenica, Sindikat Solidarnosti (Gewerkschaft der Solidarität in Tuzla), Srebrenik je naš (Srebrenik gehört uns), Banja Luka Sozialzentrum BASOC und Informelle Gruppe für soziale Gerechtigkeit Prijedor - werden von den Projektpartnern (ERSTE-Stiftung und Schweizer Botschaft in Sarajevo) finanziell unterstützt, um den Bedürfnissen auf lokaler Ebene entsprechende Aktivitäten durchzuführen. Auf diese Weise werden, ausgehend von den Prinzipien der Partizipation und Ownership, effektivere und stärkere BürgerInnen-Netzwerke geschaffen und die Zivilgesellschaft langfristig gestärkt.

Die Arbeit der Gruppen umfasst eine breite Palette von Aktivitäten, von der Schaffung einer ständigen Basis für Begegnung und Vernetzung hin zu öffentlichen Diskussionen und Sensibilisierungsmaßnahmen zum Zwecke einer stärkeren Beteiligung und Ermutigung der BürgerInnen selbstständig Initiative zu ergreifen. Die Gruppen entwickelten Mechanismen zur Aufdeckung und Berichterstattung von Korruptionsfällen und sie überwachen Sitzungen und Entscheidungen der Gemeinderäte einschließlich der Verwendung öffentlicher Mittel. Auf diese Weise agieren sie als Watchdogs in ihren Gemeinden.

Die Initiative ist in einen breiteren Rahmen eingebettet. Die AktivistInnen der BürgerInnen-Bewegungen in Bosnien und Herzegowina sind Teil des Zivilgesellschaftsforums, welches zu einer wichtigen zweiten Schiene des Berliner Prozesses geworden ist. Dabei handelt es sich um einen 2014 gestarteten fünfjährigen Prozess zur Förderung der EU-Integration der Westbalkan-Region, der sich in jährlichen Westbalkan-Gipfeln auf politischer Ebene manifestiert.

Follow-up meeting in Bosanska Krupa, 27.März 2017

Der Tagungsort - Bosanska Krupa, 27.März 2017 Copyrights (c) BIM

Am 27. März 2017 fand in Bosanska Krupa, im Norden von Bosnien und Herzegowina, das dritte Follow-up meeting im Rahmen der Initiative zur Unterstützung bosnischer Grass-Root-Initiativen und BürgerInnen-Bewegungen statt. Auf Einladung des Ludwig Boltzmann Instituts für Menschenrechte - Forschungsverein (BIM-FV) und in enger Zusammenarbeit mit dem Plenum in Bosanska Krupa trafen die vom BIM-FV begleiteten und von gleichgesinnten Partnern der Initiative (ERSTE Stiftung, Schweizer Botschaft in Sarajevo, Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres der Republik Österreich) unterstützten Gruppen zusammen, um auf die letzten sechs Monate zurückzublicken und die Ergebnisse ihrer Arbeit vorzustellen. Die Schweizer Botschaft in Sarajevo war durch Fr. Azra Šarenkapa vertreten.

Follow-up meeting in Zenica, 13. Juli 2016

Follow-up meeting in Zenica

Ein Jahr nachdem die informellen Gruppen und Grass-Root-Bewegungen die Mittel zur Implementierung ihrer Aktivitäten erhalten hatten, wurde vom Ludwig Boltzmann Institut für Menschenrechte – Forschungsverein (BIM-FV) in Kooperation mit dem Plenum in Zenica ein Treffen organisiert, um die erzielten Resultate zu präsentieren, sowie über nachhaltige Selbsterhaltungsmaßnahmen der informellen Gruppen nachzudenken.

Follow-up Meeting in Banja Luka, 25. Januar 2016

Im Rahmen der Initiative zur Unterstützung der Zivilgesellschaft in Bosnien und Herzegowina wurden am 25. Januar 2016 die ersten Zwischenergebnisse in Banja Luka vorgestellt. Die acht ausgewählten Gruppen (Plenum Zenica, Bewegung der BürgerInnen in Gračanica, Plenum Bosanska Krupa, Banja Luka Social Center BASOC, Informelle Gruppe für Soziale Gerechtigkeit Prijedor, Gewerkschaft der Solidarität in Tuzla, Informelle Gruppe Srebrenik gehört uns und das Netzwerk 5f7) präsentierten die ersten Zwischenergebnisse ihres Engagements, die sie innerhalb der ersten Implementierungsperiode (Juli bis Dezember 2015) erzielt hatten.

BIM Position Nr. 4 | 2014: Zu den Wahlen in Bosnien und Herzegowina

Am Sonntag, 12. Oktober 2014 fanden in Bosnien und Herzegowina (BiH) allgemeine Wahlen statt. Nach einem angespannten und mit wohlbekannten Dichotomien und nationalistisch-ethnischen Diskursen untermauerten Wahlkampf haben laut aktuellen Angaben der Zentralen Wahlkommission nur ca. 53% der Bevölkerung gewählt, wobei wieder nationalistisch ausgerichtete Parteien den Großteil der Stimmen bekamen. Die allgemeine Stimmung im Land ist eher negativ und pessimistisch, doch ist allen klar, dass die Menschen nichts mehr zu verlieren haben.

Civil Society as a Factor for Change in Bosnia and Herzegovina, Konferenz 8.-10. September 2014

TeilnehmerInnen der Konferenz

Nach den bosnischen Massenprotesten im Frühjahr 2014 initiierte das Ludwig Boltzmann Institut für Menschenrechte (BIM) einen Prozess zur Unterstützung der bosnischen Zivilgesellschaft. In diesem Kontext fand zwischen 8. und 10. September 2014 die Konferenz "Zivilgesellschaft als ein Faktor der Veränderung in Bosnien-Herzegovina" in Wien statt. Zur Durchführung wurde das BIM in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres sowie dem Karl Renner Institut von Bundesminister Sebastian Kurz beauftragt. Als Konferenzauftakt lud der österreichische Außenminister 30 VertreterInnen der Zivilgesellschaft aus verschiedenen Regionen in Bosnien, der bosnischen Diaspora in Österreich und von internationalen Partnerorganisationen zu einem Empfang.

"Bosnia and Herzegovina ahead of the elections 2014: the Civil Society Movement as a factor for Change?"

Das Ludwig Boltzmann Institut für Menschenrechte (BIM) veranstaltete am 12.06.2014 in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten (BMeiA), eine Podiumsdiskussion über die politische und wirtschaftliche Situation und die Rolle der Zivilgesellschaft im politischen Prozess in Bosnien und Herzegowina: "Bosnia and Herzegovina ahead of the elections 2014: the Civil Society Movement as a factor for Change?"