HUMAN RIGHTS TALK: Gewalt im Netz – Altes Phänomen in neuem Gewand?

Eine Journalistin steigt nach der Veröffentlichung eines Artikels in Twitter ein und ist mit einer Flut an persönlichen Beleidigungen und Gewaltandrohungen konfrontiert; das neue Profilbild auf Facebook eines pubertierenden Mädchens wird von KlassenkameradInnen abwertend und untergriffig kommentiert; eine Frau öffnet ihren Emailaccount nur noch mit Unbehagen, in Erwartung einer weiteren Nachricht ihres Stalkers. Alle der genannten Beispiele sind Formen von Gewalt im Netz von der Mädchen und Frauen besonders betroffen sind. Tendenz steigend.

Dennoch wird Gewalt gegen Mädchen und Frauen im virtuellen Raum weniger ernst genommen, als jene, die im ‚realen‘ stattfindet. Dies obwohl die Folgen von Gewalt im Netz für die Betroffenen ebenso schwerwiegend sein können. Dazu kommt, dass Frauen potentiell aus dem öffentlichen virtuellen Raum gedrängt werden. So hat das Internet die Art und Weise, wie wir Informationen teilen und miteinander interagieren, grundlegend revolutioniert; es hat jedoch auch einen Raum geschaffen, in dem vermehrt gewalttätige Handlungen unter einem Schleier von scheinbarer Anonymität und Straflosigkeit auftreten.

Sandra Breiteneder (Bundeskanzleramt), Jelena Gučanin (Journalistin), Melanie Halbig (Johannes Kepler Universität Linz), Dina Nachbaur (Weisser Ring), Barbara Unterlerchner (ZARA), und Maria Windhager (Rechtsanwältin), diskutieren, was der Begriff Cyber-Gewalt genau umfasst, wer diese Gewalt beeinflusst und wie Regierungen, Schulen, Arbeitgeber und Individuen mit diesem Phänomen umgehen und sicherstellen können, dass Frauen und Mädchen sich und ihre Ansichten in einer sicheren Online-Umgebung ausdrücken können. Moderation: Katharina Mittelstaedt (Der Standard). Begrüßung: Anna Müller-Funk (Forschungszentrum Menschenrechte, Universität Wien).

Das Gespräch findet in deutscher Sprache statt. Im Anschluss an die Podiumsdiskussion laden das Forschungszentrum Menschenrechte und das Ludwig Boltzmann Institut für Menschenrechte zu einem kleinen Umtrunk ein.

Der Eintritt ist frei, aus logistischen Gründen bitten wir um Anmeldung an humanrightstalk@univie.ac.at!

Der HUMAN RIGHTS TALK wird von ZIGE.TV aufgezeichnet und nach der Veranstaltung am YouTube Kanal von ZIGE.TV zur Verfügung gestellt.
Die HUMAN RIGHTS TALKS finden in Kooperation mit dem Standard, profil online, ZIGE.TV und der Zeitschrift juridikum statt.

Die Veranstaltung wird vom Forschungszentrum Menschenrechte der Universität Wien und vom Ludwig Boltzmann Institut für Menschenrechte in Kooperation mit dem Bundeskanzleramt und dem Bundesministerium für Gesundheit und Frauen organisiert.

Wir würden uns freuen, Sie bei dieser Veranstaltung begrüßen zu dürfen und wären Ihnen dankbar, wenn Sie diese Einladung an Interessierte weiterleiten würden.

Details
Datum: 
Donnerstag, 14. September 2017 - 19:00
Ort: 
Dachgeschoß des Juridicums (Schottenbastei 10-16, 1010 Wien)