Stärkung der Jugendgerichtsbarkeit im Anti-Terrorismus Kontext: Kapazitätsaufbau und Peer-Learning zwischen beteiligten AkteurInnen

Das Ludwig Boltzmann Institut für Menschenrechte (BIM) fungiert in diesem Projekt als nationaler Partner, das von der belgischen Organisation „International Juvenile Justice Observatory“ geleitet wird. Im Rahmen dieses von der EU (DG justice) finanzierten Projektes werden österreichische Programme und Maßnahmen zur Deradikalisierung von Kinder und Jugendlichen in der Jugendgerichtsbarkeit, einschließlich Rehabilitationsprogramme identifiziert und analysiert. Im Fokus stehen Maßnahmen zur Unterstützung von Kinder und Jugendlichen, die bereits mit dem Gesetz in Konflikt geraten sind, die darauf abzielen, ihnen neue Zukunftsperspektiven - abseits ihrer terroristischen und/oder extremistischen Vergangenheit - nach der Haft zu eröffnen. Neben der sozialen Reintegration in die Gesellschaft, steht vor allem der Präventionsgedanke im Vordergrund, um junge Häftlinge während ihrer Haft vor der Radikalisierung durch anderen Häftlinge zu bewahren. Wesentlich erscheinen in diesem Kontext Programme, die alternativ zur Haft entwickelt wurden, wie beispielsweise Diversionsmaßnahmen oder gemeinnützige Tätigkeiten.

Ziel ist es, dass die teilnehmenden Staaten Berichte über ihre rechtliche Situation, Programme und politischen Maßnahmen verfassen, bzw. good-practice Beispiele im Bereich Jugendgerichtsbarkeit identifizieren und analysieren. In drei ausgewählten Partnerländern (Deutschland, Belgien und Niederlanden) werden good-practice Beispiele vor Ort vorgestellt und in anschließenden 2tägigen Seminaren gemeinsam darüber diskutiert, ob und unter welchen Voraussetzungen sie auf andere Länder übertragen werden könnten. Auf der Basis aller Ergebnisse wird ein überregionaler, europäischer Bericht erstellt und Handlungsempfehlungen für die EU und Nationalstaaten entwickelt. Des Weiteren wird ein Online-Tool mit den Deradikalisierungsprojekten und –maßnahmen erstellt, um so die Ergebnisse des Projekts allen Interessierten zugänglich zu machen.

Beteiligte Personen : 

Sabine Mandl – Senior researcher (Projektleitung)

Nóra Katona, Researcher, Projektmitarbeiterin

 

 

Kontakt: 

T. +43 (0) 1/4277/27438

sabine.mandl@univie.ac.at

Trägerorganisation: 
International Juvenile Justice Observatory, Belgien
Partnerorganisationen: 
BIM (AT) /Ministry of Justice (BE)/ University Zagreb (HR) /Ministry of Justice (FR) /Ministry of Justice (DE) /Universität von Miskolc (HU) /National Prison Admin. (LT) /Detention Centre for Juveniles (RO)/Human Rights Education (NE)
Projektstart: 
01/2017
Projektende: 
12/2018
Gefördert von: 
Europäische Kommission, DG Justice, Fundamental Rights and Citizenship Programm
Team: 
Human Dignity and Public Security
Women's Rights, Child Rights, Human Trafficking