Menschenrechte und Wirtschaft

In den letzten Jahren hat die Diskussion um eine mögliche menschenrechtliche Verantwortung von Unternehmen große Dynamik gewonnen. Ausgelöst durch die Beteiligung von Unternehmen an Menschenrechtsverletzungen, vor allem von menschenrechtswidrigen Arbeitsbedingungen von Frauen und Kindern, aber auch deren möglichen positiven Beitrag zu Menschenrechten, ist eine heftige Diskussion darüber entbrannt, ob das traditionelle Konzept des Staates als allein menschenrechtlich Verantwortlichem noch zeitgemäß sein kann, und wie Menschenrechte und Wirtschaft vereinbar sein können.

Das Ludwig Boltzmann Institut für Menschenrechte untersucht diese Fragen in mehreren Forschungsprojekten und bietet Unternehmen, die Menschenrechte in ihrer Geschäftspraxis umsetzen möchten, entsprechende Beratung an. Die Forschungstätigkeit gilt hier als die Basis für die fundierte Beratung einzelner Unternehmen. Die Beratungstätigkeit wiederum ist wichtiger Inputgeber aus der Praxis für weitere Forschungsprojekte.

Das BIM kooperiert mit folgenden Unternehmen: APG, EVN, OMV, Österreichische Kontrollbank

Human Rights in Business - Removal of Barriers to Access to Justice in the European Union

Human Rights in Business - Removal of Barriers to Access to Justice in the European Union

Im Rahmen des EU-Projekts ‚Human Rights in Business‘ wurden gerichtliche und außergerichtliche Möglichkeiten innerhalb der EU ausgelotet, Firmen mit Sitz in einem Mitgliedstaat für Menschenrechtsverletzungen haftbar zu machen, für die sie oder ihre Subunternehmen weltweit verantwortlich sind. Das Projekt ging der Frage nach, wie Betroffene von Menschenrechtsverletzungen, die direkt oder indirekt durch unternehmerische Handlungen verursacht wurden, rechtliche Abhilfe und allenfalls Schadenersatz verlangen können.

Wirtschaft und Menschenrechte: Aktuelle Forschungsergebnisse

Können Opfer eines verheerenden Feuers in einer pakistanischen Textilfabrik Entschädigung vom Hauptkunden der Fabrik, einem Discounter in Deutschland, erhalten? Welche Alternativen gibt es zu Gerichtsverfahren? Können Unternehmen für Arbeitsausbeutung verantwortlich gemacht werden? Das Social Justice-Team des BIM arbeitet zu diesen Fragen. Die Verbindung von unterschiedlichen Expertisen führte zu einigen neuen Forschungsergebnissen im Bereich „Wirtschaft und Menschenrechte“, die wir Ihnen gerne vorstellen möchten.

Corporate Accountability - The Role and Impact of Non-Judicial Grievance Mechanisms

Cover Corporate Accountability

Während viele von uns der Aussage zustimmen würden, dass Menschenrechte wichtiger sind als Unternehmensgewinne, sieht die Realität oft anders aus; dies machen etwa Kinderarbeit oder Umweltzerstörung durch Unternehmenstätigkeiten deutlich. Davon ausgehend, dass es schwierig ist, Menschenrechten und Unternehmensinteressen gleichermaßen Rechnung zu tragen, prüft Corporate Accountability die Grenzen und das Potential bestehender Beschwerdemechanismen und untersucht außergerichtliche Möglichkeiten zur Konfliktlösung im Bereich Wirtschaft und Menschenrechte.

Stellungnahme zur Änderung des Unternehmensgesetzbuches - Umsetzung der Richtlinie für die Angabe nicht-finanzieller Informationen

Das Ludwig Boltzmann Institut für Menschenrechte (BIM) hat zur geplanten Änderung des UGB Stellung genommen. Durch die Änderung soll die Richtlinie für die Angabe nicht-finanzieller Informationen (NFI-Richtlinie) umgesetzt werden. Bestimmte Unternehmen müssen in Zukunft eine nicht-finanzielle Erklärung veröffentlichen. In dieser Erklärung werden Unternehmen auch zur Achtung der Menschenrechte im Unternehmen berichten.

Abschlusskonferenz: Haftung von europäischen Unternehmen für Menschenrechtsverletzungen – gerichtliche und außergerichtliche Möglichkeiten

Projekt Human Rights in Business [Logo]

Am 08. September 2016 hat die Abschlusskonferenz des Projekts ‚Human Rights in Business‘ stattgefunden. Im Rahmen dieses Projekts, koordiniert von dem Globernance Institute for Democratic Governance in Bilbao, wurden gerichtliche und außergerichtliche Möglichkeiten innerhalb der EU ausgelotet, Firmen mit Sitz in einem Mitgliedstaat für Menschenrechtsverletzungen haftbar zu machen, für die sie oder ihre Subunternehmen weltweit verantwortlich sind. Das Projekt geht der Frage nach, wie Betroffene von Menschenrechtsverletzungen, die direkt oder indirekt durch unternehmerische Handlungen verursacht wurden, rechtliche Abhilfe und allenfalls Schadenersatz verlangen können. Julia Planitzer, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Ludwig Boltzmann Instituts für Menschenrechte, hat die Ergebnisse in Bezug auf innerbetriebliche Beschwerdemechanismen und ihr Potential als wirksamer Rechtsbehelf auf der Konferenz in Brüssel präsentiert.

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