Leitbild

Das BIM ist ein unabhängiges, außeruniversitäres Forschungsinstitut, das 1992 als Institut der Ludwig Boltzmann Gesellschaft gegründet wurde und derzeit von Hannes Tretter und Manfred Nowak geleitet wird, Fiona Steinert und Patricia Hladschik sind für Management und strategische Entwicklung verantwortlich.

Die Arbeit des BIM fokusiert auf die wissenschaftliche Erforschung der Menschenrechte auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene. Damit will das Institut zu einer gerechten globalen Gesellschaft beitragen, in der jeder Mensch seine bürgerlichen, politischen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechte wahrnehmen kann. Der Menschenrechtsansatz, den das BIM in seiner Arbeit verfolgt, basiert auf den Konzepten von Freiheit und Gleichheit, auf den Prinzipien von Universalität, Unteilbarkeit und der Wechselbeziehung von Rechten ebenso wie auf dem Empowerment von InhaberInnen von Rechten und der Verantwortlichkeit von PflichtenträgerInnen.

Folglich versteht das BIM Menschenrechtsfragen als multidimensional, bearbeitet sie interdisziplinär und unterstützt Bemühungen um die Stärkung von Menschenrechtsforschung an der Universität.

Menschenrechtsstandards und ihre Umsetzung sind untrennbar miteinander verbunden. Daher positioniert sich das BIM bewusst im Spannungsfeld zwischen Theorie und Praxis - mit dem Ziel, im Sinne eines translationalen Ansatzes eine Verbindung zwischen akademischer Forschung und PraktikerInnen herzustellen. Das BIM will mit seiner wissenschaftlichen Tätigkeit einen Beitrag zur Veränderung bestehender Verhältnisse und zur Verbesserung der Lebenssituation verfolgter, diskriminierter oder sonst benachteiligter Menschen leisten. Dazu widmet sich das BIM sowohl der Grundlagenforschung (z.B. zu methodologischen Fragen), als auch der angewandten Forschung (zu einem Themenspektrum, das von Folterprävention bis zur Etablierung von Antidiskriminierungsstrukturen in Behörden reicht). Darüber hinaus stellen wir unsere Expertise in Form von akademischen Publikationen und durch Lehre, Training und im Bildungsbereich zur Verfügung, letzteres insbesondere durch die Arbeit des Zentrum polis - Politik Lernen in der Schule.

Das BIM kann auf langjährige Kooperationen mit internationalen, europäischen und nationalen Institutionen, wie den Vereinten Nationen, dem Europarat, der EU (inklusive der Grundrechteagentur), der OSZE, verschiedenen staatlichen Behörden wie auch anderen Menschenrechtsinstituten und NGOs zurückgreifen. Das Institut ist Mitglied in nationalen und internationalen Forschungsnetzwerken, wie der Association of Human Rights Institutes (AHRI), dem European Inter-University Centre for Human Rights and Democratisation (EIUC) oder dem Forschungskonsortium "Fostering Human Rights Among European Policies (FRAME)". Als Organisation, die mit ihrer Arbeit auf Wirkung und Wandel abzielt, verstehen wir uns als Teil der Zivilgesellschaft und fungieren als kritische BeobachterInnen von Staaten und dem Privatsektor als Pflichtenträgern: Gleichzeitig bietet das BIM diesen AkteurInnen Beratung und Capacity Building in Menschenrechtsfragen an.

Wie auf inhaltlicher Ebene fühlen wir uns auch im Umgang miteinander – das heißt mit den MitarbeiterInnen des Instituts und unseren KooperationspartnerInnen – den Menschenrechten als Leitbild verpflichtet. Das bedeutet vor allem Gleichheit und Nicht-Diskriminierung, Vielfalt, Partizipation an internen Entscheidungsfindungsprozessen, faire und gesunde Arbeitsbedingungen sowie Möglichkeiten zur Weiterentwicklung.

Die Arbeit des BIM ist nicht auf Gewinn ausgerichtet und zum überwiegenden Teil projektbasiert. Die Absicherung des Instituts in Form einer projektunabhängigen Basisfinanzierung stellt eine der Herausforderungen für die Zukunft dar.

Die Dynamik innerhalb der internationalen Menschenrechts-Community hat wesentliche Auswirkungen auf unsere Arbeit. Als das führende und größte österreichische Menschenrechtsinstitut möchten wir nationale, europäische und internationale Entwicklungen nicht nur analysieren, sondern auch mit beeinflussen, um das Ziel "alle Menschenrechte für alle" langfristig umzusetzen.