Expert Meetings: Monitoring von Gewalt in Haft

Expert Meetings: Monitoring von Gewalt in Haft

Gewalt in Gefängnissen hat weder eine einzige Ursache, noch gibt es eine einfache Lösung für ihre Verhinderung. Faktoren, die zu Gewalt in Haftanstalten beitragen, sind zahlreich. Entscheidend für ihre Reduzierung sind eine gute Beziehung zwischen Häftlingen und Personal, die institutionelle Kultur sowie die wahrgenommene Lebensqualität innerhalb der Gefängnismauern, sowohl unter den Häftlingen als auch unter dem Personal. 

Im Mai und Juni 2020 hat das Ludwig Boltzmann Institut für Menschenrechte, Abteilung Menschenwürde und öffentliche Sicherheit, im Rahmen des von der EU finanzierten Projekts "Working towards harmonized detention standards in the EU - the role of NPMs" eine Reihe aus drei online Expert Meetings zum Thema "Monitoring von Gewalt in Haft" durchgeführt. 

Zu den Teilnehmer*innen gehörten Vertreter*innen von 15 nationalen Präventionsmechanismen der EU, aber auch andere Monitoring- und Gefängnisexpert*innen der APT, dem Europarat, dem CPT, UNODC und die Mitglieder des Projektbeirats Dirk van Zyl Smit, Nora Sveaass und Alison Liebling. Prof. Liebling präsentierte ihre Forschung zur Frage, worauf es in Gefängnissen „ankommt" und wie die Lebensqualität in Gefängnissen mittels "Wertschätzender Befragung" beurteilt werden kann. Dabei handelt es sich um eine innovative Methode, die von den NPMs angewandt wird, um mehr darüber herauszufinden, "was wirkt", wenn es darum geht, Folter und Misshandlung in Haftanstalten zu verhindern.

Die Projektforschung zur Gewalt in Gefängnissen wird bis Ende 2020 fortgesetzt. Die Forschungsergebnisse werden in einem Handbuch veröffentlicht, das die Arbeit der nationalen Präventionsmechanismen in der gesamten Europäischen Union unterstützen soll.