Präsentation des RED Atlas of Racism and Discrimination beim HUMAN RIGHTS TALK

PodiumIm Rahmen des HUMAN RIGHTS TALK am 29. März 2012 mit dem Thema: „Monitoring Racism. Datensammlung und Monitoring als zentrale Instrumente zur Bekämpfung von Rassismus“ wurde das RED-Projekt von Monika MAYRHOFER (Ludwig Boltzmann Institut für Menschenrechte) , RED Atlas of Racism and Discrimination, in der Diplomatischen Akademie Wien vorgestellt.

Das Ziel des RED-Projektes ist die Erstellung eines webbasierten Anti-Diskriminierungs-Atlas als Information über Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und andere Formen von Intoleranz, erarbeitet von 18 wissenschaftlichen und zivilgesellschaftlichen Einrichtungen aus 17 EU - Mitgliedsstaaten. Die involvierten WissenschaftlerInnen kommen aus verschiedenen

Gebieten, wie der Rechtswissenschaft, Politikwissenschaft, Soziologie, etc. Es geht zum einen um die Sichtbarmachung von Erscheinungsformen von Rassismus und Diskriminierung und zum anderen um Gegenstrategien, um diesen entgegenzuwirken. Über den Atlas sollen Daten zu Phänomen wie Rassismus, Antisemitismus, Islamophobie, Antiziganismus und Homophobie zur Verfügung gestellt und europaweit vergleichbar gemacht werden. Es werden zusätzlich relevante Entwicklungen der Gesetzgebung, sowie staatliche und zivilgesellschaftliche Reaktionen auf aktuelle Ereignisse aufgezeigt. Dadurch wird versucht ein Daten- und Evaluierungsgrundlage aufzubauen, damit auf positive und negative Entwicklungen aufmerksam gemacht werden kann. Dies bietet eine gute Basis für die Weiterentwicklung der Bereiche Gleichbehandlung, Chancengleichheit und Diversität.

Claudia SCHÄFFER von ZARA - Zivilcourage und Anti-Rassismus Arbeit betonte in diesem Rahmen die Bewusstseinbildung für Rassismus und thematisierte den im März  vorgestellten ZARA Rassismus. „Nur wenn man weiß wo und in welcher Form Rassismus stattfindet, kann man Maßnahmen dagegen ergreifen“. Ihrer Ansicht nach mangelt es am richtigen Ansatz der Regierung interpersonellen und institutionellen Rassismus zu bekämpfen. Hierfür ist eine Datengrundlage entscheidend.

Josef KYTIR von der Statistik Austria merkte zu diesem Thema an, dass sich bewusst gegen eine statistische Erhebung in Bezug auf Rasse und Ethnie entschieden wurde aus historischen Gründen heraus. Im Rahmen des Zensus werden Daten über die Staatsangehörigkeit, das Geburtsland und das Geburtsland der Eltern erhoben. Seit einigen Jahren bringt die Statistik Austria eine Studie über “Migration & Integration” in Österreich heraus.

Petja DIMITROVA thematisierte die Grenzpolitik in Europa und betonte, dass Projekte wie RED eine sehr wichtige Wissensquelle sind. Dabei merkte sie an, dass die Intention aus der Daten gesammelt werden sehr bedeutend ist, was von Monika Mayrhofer bestätigt wurde.

Die Beobachtung von Rassismus stellt einen wichtigen Pfeiler der Bekämpfung von Diskriminierung und Rassismus dar, da dies zur Bewusstseinsbildung bei politischen und zivilgesellschaftlichen Akteuren beiträgt und dazu dient, dass positive und präventive Maßnahmen ergriffen werden können.

Moderiert wurde das Gespräch von Irene BRICKNER (Der Standard)

Der RED Atlas of Racism and Discrimination finanziert sich aus Mitteln der Europäischen Kommission und der Stadt Wien/MA 17.

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie im Projektdatenblatt.