AIDS 2010 - HIV/AIDS und Inhaftierung

Manfred Nowak, UNO Sonderberichterstatter über Folter, betonte in seiner Rede im Rahmen der AIDS 2010 Konferenz in Wien die Notwendigkeit einer umfassenden und sofortigen Reform der Strafjustiz und des Strafvollzuges, um einer HIV/AIDS-Epidemie entgegen zu wirken und die Rechte von Inhaftierten zu stärken. Die Ausbreitung von HIV/AIDS in Gefängnissen und die von den Verantwortlichen angeordneten Maßnahmen beeinflussen – und verletzen oftmals – die Menschenrechte der Häftlinge.

Mehrere Faktoren führen zu einer außerordentlich hohen Verbreitung von HIV in Gefängnissen und tragen zur Ausdehnung der Krankheit bei. Fehlende Maßnahmen zur Verhinderung einer Ausbreitung vonseiten des Staates erleichtern die Übertragung von HIV. Freiwillige HIV-Tests und Beratung sowie die Verfügbarkeit von Kondomen, Nadeln, Spritzen und Therapien mit Ersatzopiaten wären effektive Mittel, um die Verbreitung von HIV einzudämmen. Das Schicksal der Inhaftierten wird allerdings von der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen. Allein die Tatsache, dass jährlich 30 Millionen Häftlinge Haftstrafen antreten oder aus einer solchen entlassen werden, macht deutlich, dass die Gesundheit der Inhaftierten eine dringliche Aufgabe für das öffentliche Gesundheitswesen darstellt.

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